Umrüsten auf Bioethanol
Steigende Benzinpreise, die Abschaffung der Pendlerpauschale und immer höhere Lebenshaltungskosten sind nur einige Gründe, um Geld an anderer Stelle zu sparen. Autobesitzer können die Ausgaben für Kraftstoff senken, indem sie ihr Fahrzeug auf den Betrieb mit Bioethanol umrüsten. Bioethanol ist aus regenerativer Biomasse hergestellt, wobei hierzulande meistens Zuckerrüben und Getreide Verwendung finden.
Produziert wird der Bioethanol durch die Spaltung von Stärke und Zellulose zu Glucose. Diese Glucose wird anschließend mit einem Hefepilz zu Ethanol vergoren. Hierzulande wird dieser Kraftstoff aus Biomasse unter der Bezeichnung E 85 verkauft. Aber auch andere Benzinsorten weisen einen geringeren Anteil an Bio-Ethanol auf. Dies ist nicht zuletzt auf eine ganz wesentliche Eigenschaft von Bioethanol zurückzuführen, denn es ist mit sämtlichen Flüssigkeiten mischbar. Dabei wird die Beimischung von Ethanol unter das normale Benzin schon seit Anfang der 80er Jahre von den Herstellern praktiziert. Ursprünglich wollten sie dadurch die Oktanzahl konventionellen Benzins erhöhen. Schon Nikolaus August Otto benutzte zum Betrieb seiner Prototypen Ethanol. Die Konzeption für die legendäre Tin Lizzy von Ford basierte ebenso auf der Verwendung von Bioethanol.
Der Bioethanol Umbau dient dazu, die höhere Siedetemperatur des Bioethanol zu gewährleisten, und den Motor dennoch vor einer Überhitzung zu schützen.
Ein Bioethanol Umbau sorgt insgesamt für eine bessere Motorenleistung und einen ruhigeren Lauf des Motors. Außerdem bleibt das Einspritzsystem dadurch sauberer. Die Kühlung des Motors funktioniert durch den Umbau ebenfalls besser. Außerdem empfiehlt sich im Rahmen eines Bioethanol Umbau der Einbau zusätzlicher Kraftstofffilter, weil das Ethanol den Schmutz im Tank lösen kann. Das Herzstück einer Biosprit Umrüstung ist das Steuergerät, dadurch funktioniert ein umgebautes Fahrzeuge unabhängig vom eingesetzten Kraftstoffgemisch. Die Lambdasonde der Steuerung ermittelt laufend den Sauerstoffgehalt des Gemiches, so dass Einspritzdauer automatisch ermittelt werden können. Deshalb ist auch nach der Umrüstung nur ein Tank erforderlich, egal ob normales Benzin oder der Bioethanol enthalten ist. Die Kabel des Steuersystems müssen lediglich mit den Einspritzdüsen verbunden werden.
Damit die Ventile aufgrund der höheren Temperaturen nicht zerstört werden, müssen sie auf den Bioethanol eingestellt sein. Diese Maßnahme ist jedoch bei Kraftfahrzeugen mit einem hydraulischen Ventilspielausgleich nicht notwendig. Fast alle Benzinmotoren mit elektronischem Einspritzsystem können mit diesem Gerät auf einen Betrieb mit E 85 umgerüstet werden. Der Einbau kann von einem Fachmann in lediglich 30 Minuten durchgeführt werden. Nach einem Bioethanol Umbau sind alle Teile, die mit dem Benzin in Berührung kommen regelmäßig zu kontrollieren. Durch das Ethanol können Verschleißerscheinungen wesentlich früher auftreten können. Zusätzlich sollte der Ölstand regelmäßig kontrolliert werden, da der Ölverbrauch ebenfalls steigt.
Nach einem Biobenzin Umbau erhöht sich wegen des niedrigeren Heizwerts allerdings auch der Verbrauch um 25% gegenüber normalem Benzin. Der Preis für den Bioethanol Umbau richtet sich nach der Anzahl der Zylinder. Bezahlt macht sich eine Biobenzin Umrüstung etwa nach 20.000 - 25.000 km.