Herstellung von BtL-Kraftstoffen
Hinter der wenig aussagekräftigen Bezeichnung "BtL" steht der Ausdruck "Biomass to Liquid". Im Deutschen spricht man hier von der so genannten Biomasseverflüssigung. BtL-Kraftstoffe zählen somit zu den synthetischen, aus Biomasse hergestellten Kraftstoffen. Im Produktionsverfahren werden die Schritte Pyrolyse und Synthese durchschritten. Das Ergebnis ist ein Kraftstoff, der fossilen Kraftstoffen wie Diesel oder Benzin ähnelt und in entsprechenden Motoren verbrannt werden kann, wenn diese entsprechend vorbereitet wurden.
Das Herstellungsverfahren im Detail
Bei der Herstellung von BtL-Kraftstoffen werden mehrere Schritte durchlaufen. Diese werden im Folgenden dargestellt.
1. RohstoffaufbereitungDa der verwendete Rohstoff sehr viel Wasser enthält, muss die Biomasse zunächst getrocknet werden. Je nach Verfahren muss das Ausgangsmaterial gereinigt und zerkleinert werden.
2. PyrolyseBei der Pyrolyse oder auch Vergasung wird die Struktur der Biomasse bei 200°C bis 1000°C umgewandelt. Ergebnis sind flüssige und gasförmige Kohlenwasserstoffe sowie Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Kohlenstoff und Wasser.
3. Gasreinigung und -aufbereitungHier wird die Biomasse zunächst in Biokoks und teerhaltiges Schwelgas zerlegt, um dann in teerfreies Synthesegas geteilt zu werden.
4. SyntheseBei der Synthese werden Spaltprodukte, die im entstandenen Synthesegas enthalten sind, durch einen chemischen Prozess zu BtL-Kraftstoff aufbereitet. Diese Aufbereitung ist bei den gängigen Produktionsprozessen an das Fischer-Tropsch-Verfahren angelehnt.
5. AufbereitungUm das entstandene Produkt als Kraftstoff nutzen zu können, muss es entsprechend aufbereitet werden. Hier greift man auf Verfahren zurück, die in der Erdölraffination angewandt werden, wie zum Beispiel Rektifikation oder Destillation. So können BtL-Diesel oder BtL-Benzin gewonnen werden.
Parallel hierzu existieren auch andere Herstellungsverfahren. Der größte Unterschied ist meist, dass als Zwischenprodukt statt Synthesegas ein Pyrolyseöl vorliegt.
BtL-Kraftstoffe zählen zu den Biokraftstoffen der zweiten Generation, bei denen mehr Rohstoffe (also Pflanzenarten) verwendet werden können als bei ihren Vorgängern Biodiesel oder Bioethanol. Außerdem konnte der Ertrag pro Pflanze gesteigert werden, weil mehr Bestandteile des Rohstoffes verwertet werden. Bei der folgenden dritten Generation spielt auch die Verwendung von Algen eine Rolle.